Verleihung des Daniel-Pfisterer-Preises 2026
Der große Daniel‑Pfisterer‑Saal in der Zehntscheuer war bis auf den letzten Platz gefüllt, als am Sonntag Gerhard Zaiser mit dem Daniel‑Pfisterer‑Preis ausgezeichnet wurde. Gleich zu Beginn sorgte der Posaunenchor, dem Zaiser viele Jahrzehnte angehörte, für einen bewegenden und festlichen Auftakt.
In ihrer Begrüßung berichtete Sonja Spohn, wie viele positive Rückmeldungen sie im Vorfeld erreicht hatten. Viele Bürgerinnen und Bürger seien sich einig gewesen: Gerhard Zaiser erhält diesen Preis für sein Lebenswerk völlig zu Recht.
Seit den frühen 1960er‑Jahren setzt sich Zaiser für den Schutz von Natur und Umwelt ein – zu einer Zeit, als diese Themen noch kaum Beachtung fanden.
Hans Weil hielt eine humorvolle und herzliche Laudatio, in der er an gemeinsame Jahre im Gemeinderat erinnerte. Trotz mancher kontroverser Diskussionen fanden Naturschutz und Realpolitik immer wieder zusammen.
Der Preis in Kelchform wurde Zaiser von Sonja Spohn und Karl Rein überreicht. In seinen Dankesworten erinnerte Zaiser an die Unterstützung durch Bürgermeister Erwin Rath, der ihn 1964 ermutigt hatte, gemeinsam mit sechs Mitstreitern die Köngener Ortsgruppe des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV) – heute NABU – zu gründen.
Eine persönliche Kindheitserinnerung berührte das Publikum besonders: Als Bub tauschte Zaiser ein Spielzeug gegen einen toten Vogel ein, der ihm wertvoller erschien als jeder Gegenstand. Diese Szene markierte den Beginn seiner lebenslangen Naturverbundenheit.
Professor Markus Röhl (HfWU Nürtingen, NABU‑Landesverband) stellte Zaisers Wirken in einen historischen Kontext. In den 1960er‑Jahren prägten wilde Müllkippen, der Einsatz von DDT und fehlende Naturschutzgesetze das Bild. Heute zählt der NABU:
Auch der Artenschutz zeigt beeindruckende Erfolge:
Ein besonderes Highlight war die Welturaufführung einer Komposition von Jörg Dobmeier, der Texte aus Daniel Pfisterers „Barockem Welttheater“ vertont hat. Am Flügel begleitet, begeisterte Sopranistin Lena Reineke mit einer Darbietung, die von Chanson bis Choral reichte.
Zaisers Anliegen, die Schöpfung wertzuschätzen und den natürlichen Kreislauf der Jahreszeiten bewusst wahrzunehmen, verbindet ihn mit Daniel Pfisterer, dem Namensgeber des Preises.
Auch nach dem offiziellen Teil blieb der Saal lange gefüllt. In kleinen Gruppen tauschten die Gäste Erinnerungen aus und feierten gemeinsam mit dem Preisträger und seiner Frau, die an diesem Tag zusätzlich ihren Geburtstag feiern durfte.
Der Geschichts- und Kulturverein bedankt sich herzlich bei allen Mitwirkenden, die zu dieser gelungenen Veranstaltung beigetragen haben.
Textvorlage asm



