Deutschland 1945 - 1949

 

 

 

 

 

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Die Welt des späten Mittelalters (1250 - 1400)

Das Ende der Luxemburger und der Aufstieg der Habsburger Kaiserdynastie (1400 - 1517)

Die Reformation von Luthers Anschlag der 95 Thesen bis zum Wormser Reichstag (1517 - 1521)

Der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648)

Vom Westfälischen Frieden (1648) bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Großen (1740)

Der Aufstieg Preußens zur europäischen Großmacht (1740 - 1763)

Die Französische Revolution bis zum Ende der Diktatur Robespierres (1789 - 1794)

Deutschland in der Zeit der Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons (1789 - 1815)

 Restauration und Revolution (1815 - 1830)

Monarchie und Bürgertum (1830 - 1847)

Die Revolution von 1848/49

Von der gescheiterten Revolution 1848 bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871

Die Innen- und Außenpolitik Bismarcks (1871 - 1890)

Das Deutsche Kaiserreich von 1890 bis zum Ausbruch der Ersten Weltkriegs 1914

Die Industrielle Revolution in England und Deutschland (1780 - 1914)

Europäischer Kolonialismus und Imperialismus (1520 - 1914)

Der Erste Weltkrieg (1914 - 1918)

Der Weg zur Weimarer Republik 1918 - 1919

Der Kampf um die Staatsgewalt in der Weimarer Republik (1919 - 1933)

Die Machtübernahme der NSDAP und die Errichtung der Diktatur Hitlers (1933 - 1939)

Der Zweite Weltkrieg (1939 - 1945)

Der Weg in die Teilung Deutschlands (1945 - 1949)

Der Kalte Krieg: Vom Kriegsende 1945  bis zum Bau der Berliner Mauer 1961

Die Ära Adenauer (1949 - 1963)

Die Kanzlerschaft Ludwig Erhards 1963 - 1966

Kalter Krieg Teil 2: Von der Kubakrise 1962 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991

Die Zeit der Großen Koalition 1966 - 1969

Die Ära Brandt (1969 - 1974)

Die Kanzlerschaft Helmut Schmidts (1974 - 1982)

Die Kanzlerschaft Helmut Kohls von 1982 bis 1987

Die Kanzlerschaft Helmut Kohls von 1987 - 1989

Der Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands (Teil I: Die DDR von den siebziger Jahren bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989)

Vom Fall der Berliner Mauer bis zur deutschen Einheit (1989 - 1990)

 

 

 
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Der Weg in die deutsche Teilung


Kriegsende     Deutschlandpolitik der Westmächte     Neubildung der Parteien     Gründung BRD     Gründung DDR    Literaturhinweise  


Der Zusammenbruch Deutschlands 1945


  • Die Übernahme der Staatsgewalt durch die Siegermächte
 
  • Am 5. Juni 1945 übernahmen die vier alliierten Mächte (USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich) offiziell die Hoheitsrechte über Deutschland einschließlich "aller Befugnisse der deutschen Regierung, des Oberkommandos der Wehrmacht und der Regierungen, Verwaltungen oder Behörden der Länder, Städte und Gemeinden" (Berliner Deklaration)

 
  • Deutschland wurde in vier Besatzungszonen, Berlin in vier Sektoren aufgeteilt. Die östlichen Gebiete Deutschlands bis zur Oder-Neiße-Linie wurden abgetrennt und von Stalin zunächst eigenmächtig verwaltet, schließlich mit Billigung der Westmächte, sowjetischer bzw. polnischer Verwaltung übergeben.  

 
  • Die Ausübung der obersten Staatsgewalt in einer Besatzungszone erfolgte durch den dortigen Oberbefehlshaber. In allen Angelegenheiten seiner Zone war er nur gegenüber seiner Regierung verantwortlich. Um "eine angemessene Einheitlichkeit des Vorgehens" in "allen Deutschland als ein Ganzes betreffenden Angelegenheiten" zu erreichen, bildeten die Oberbefehlshaber der Besatzungszonen den 'Alliierten Kontrollrat' als Kollektivorgan.

  • Der 'Alliierte Kontrollrat' mit Sitz in Berlin war die oberste Instanz der vier Siegermächte.  Er hatte die zentrale Gewalt in allen Fragen, die das gesamte Besatzungsgebiet betrafen. Eine einstimmige Beschlussfassung war erforderlich.

  • Inhaltliche Auseinandersetzungen über Probleme, die der Kontrollrat zu regeln hatte, fanden in der Regel im Vorfeld, im Koordinierungsausschuss, statt. Die Oberbefehlshaber beschränkten sich im Wesentlichen auf die Beschlussfassung. Die gemeinsame Verwaltung Berlins erfolgte in der 'Kommandantur', die direkt dem Kontrollrat unterstand.

  • Demographische, wirtschaftliche und soziale Kriegsfolgen
 
  • Bevölkerungsverlust: 5,5 - 6 Millionen Deutsche; 11 Millionen Kriegsgefangene im Gewahrsam der Siegermächte, davon 3,1 Millionen in der UdSSR

 
  • Bis zum Jahresende 1946 kamen mehr als 10 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den abgetrennten Ostgebieten in die vier alliierten Besatzungszonen. Die Gesamtbilanz nennt über 16 Millionen Menschen, die nach dem Ende der NS-Herrschaft das Schicksal von Flucht und  Vertreibung traf und die in der Bundesrepublik sowie in der DDR eine neue Heimat fanden.

 

Stand 29.10.1946

Bevölkerung (Mill.)

Flüchtlinge und Vertriebene (Mill.)

Amerikanische Zone

17,2

2,7

Sowjetische Zone

17,3

3,6

Britische Zone

22,3

3,1

Französische Zone

5,9

0,8

Berlin

3,2

0,1

Quelle: Die Fischer Chronik Deutschland, Ereignisse Personen Daten,  Frankfurt am Main 2001

 

 

 

Die britische Zone hatte am 1. April 1947 einen Bevölkerungszuwachs von 3,67 Millionen (oder 18 Prozent) gegenüber 19,8 Millionen Einwohnern im Jahre 1939 zu verzeichnen. Die Einwohnerzahl der amerikanischen Zone vergrößerte sich um 3,25 Millionen (23 Prozent), die der sowjetischen Zone um 3,16 Millionen (16 Prozent). Die französische Zone dagegen nahm verhältnismäßig wenige Flüchtlinge auf. Bei der Volkszählung im September 1950 hatte sich die Zahl der Einwohner dennoch um mehr als zwei Millionen erhöht. (Quelle: Informationen zur politischen Bildung, Heft 259: Deutschland 1945 - 1949).

 
 
  • Große Teile der Industrieanlagen waren während des Krieges zerstört worden. Dazu kamen noch Maßnahmen der Alliierten zur Entflechtung der Großindustrie sowie die Entnahme von Reparationen.

Winston Spencer Churchill (*1874, †1965), britischer Staatsmann

1940 - 1945 Premier- und Verteidigungsminister, 1951 - 1955 Premierminister

Bildquelle: TIME news-Magazin

  • Da etwa ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Osten verloren gegangen war, konnte die deutsche Landwirtschaft nur noch etwa 35 Prozent der Ernährung sichern. Vor dem Krieg hatte der Grad der Selbstversorgung noch bei 80 Prozent gelegen.

  • Zur Ernährungskrise kam die Kohlenkrise. Die deutsche Kohle wurde von den Alliierten streng bewirtschaftet und - trotz Kohlemangel in Deutschland - weit unter dem Weltmarktpreis verkauft. Da die Erlöse nicht in Devisen, sondern nur in Reichsmark gutgeschrieben wurden, blieb der Export von Kohle ohne günstige Auswirkung auf die deutsche Wirtschaftsbilanz. Bemühungen, die Kohleförderung zu steigern, scheiterten weitgehend.

Die Kohle war nicht nur der wichtigste Rohstoff der deutschen Industrie, sondern auch Voraussetzung für das Funktionieren des Verkehrs- und Transportsystems. Außerdem war Kohle der wichtigste Energieträger der privaten Haushalte.

  • Der strenge Winter 1946/47 wurde zur Katastrophe: Ernährung, Energieversorgung und Verkehr brachen zusammen. Nur das Eingreifen der Besatzungsmächte verhinderte das Schlimmste.

 
  • In den Großstädten war mehr als die Hälfte des Wohnraumbestandes von 1939 durch die Flächenbombardements der Alliierten und die Kampfhandlungen vor Kriegsende zerstört worden.13,7 Millionen Haushaltungen standen nur 8,2 Millionen Wohnungen gegenüber. Viele Kommunikations- und Verkehrsverbindungen waren vernichtet.

  • Die persönliche Situation der meisten Menschen in Deutschland war schwierig, oft katastrophal. Millionen Deutsche lebten buchstäblich in Trümmern. Vor allem herrschte ein Mangel an Nahrungsmitteln. Hatte der durchschnittliche Kalorienverbrauch pro Tag und Person in Deutschland im Jahre 1936 mit 3113 Kalorien noch über der vom Völkerbund empfohlenen Norm von 3000 Kalorien gelegen, so war er zum Frühjahr 1945 auf 2010 abgesunken, um 1946 bei 1451 täglichen Kalorien einen Tiefstand zu erreichen. In der US-Zone lag der Durchschnitt bei 1564, in der französischen Zone bei 1209 Kalorien pro Kopf. Entscheidend war auch der Mangel an tierischem Eiweiß und Fett. Das "Hamstern" wurde zum Überlebenskampf, der Schwarzmarkt blühte.

  • Im November 1945 gründeten in den USA 22 Wohlfahrtsverbände die private Hilfsorganisation CARE (Cooperative for American Remittances to Europe). Ziel dieser Organisation war es, Hilfsaktionen für Europa zu organisieren. Die ersten "CARE-Pakete" erreichten Europa am 11. Mai 1946. Am 15. Juli 1946 trafen die ersten dieser Nahrungsmittelpakete in Deutschland ein. Allein bis 1950 erreichten über fünf Millionen CARE-Pakete Deutschland als Hauptabnehmerland; im selben Zeitraum gelangten 726.000 Pakete nach Österreich und jeweils eine halbe Million nach Großbritannien und Frankreich. Auch andere europäische Länder wurden bedacht, allerdings in wesentlich geringerem Umfang. Bis zum März 1947 bestand der Inhalt der CARE-Pakete aus der nun überflüssig gewordenen Feldverpflegung, welche die Armee für die GIs in ihren Depots gelagert hatte. Danach wurden Pakete verschickt, deren Inhalt die Organisation selbst zusammenstellte. Ein Paket wog rund zehn Kilogramm.


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Die Deutschlandpolitik der Westmächte


  • Ziele der Siegermächte unmittelbar nach Kriegsende: Frankreich = Ausschaltung Deutschlands als Machtfaktor, Großbritannien = Begrenzung des Einflusses der UdSSR, USA = Erstellung eines liberalen Weltmarkts ("Open-Door-Policy). UdSSR = Begrenzung der Macht Mitteleuropas.

  • Schon ein Jahr nach Kriegsende gaben die USA ihr Prinzip der 'strikten Niederhaltung' Deutschlands auf. Angesichts des erneuten Ausbruchs des Konfliktes mit der Sowjetunion sollte die durch den Krieg schwer geschädigte Wirtschaft Europas  gestärkt und insbesondere der Wiederaufbau Westdeutschlands gefördert werden. Gemeinsames Ziel der Westmächte war die Einbeziehung Westdeutschlands in ihren Machtbereich.

 

  • Deutschland war eines der Hauptfelder des "Kalten Krieges", in dem keine Seite der anderen strategisch wertvolles Terrain in der Mitte Europas überlassen wollte. Dies hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Politik der Besatzungsmächte in Deutschland. (Frankreich spielte dabei insoweit eine Sonderrolle, als es bis etwa 1948 vordringlich einen starken deutschen Staat zu verhindern suchte.)

 

Über die Ursachen, den Verlauf und die Auswirkungen des Kalten Krieges von 1945 bis 1961 haben wir eine eigene Seite geschrieben.

 

  • Bereits im September 1946 rief der damalige amerikanische Außenminister, James F. Byrnes, in seiner Stuttgarter Rede dazu auf, die im Potsdamer Abkommen auferlegten Beschränkungen für die deutsche Eisen- und Stahlproduktion zu lockern und von der Entflechtung großer Industrieunternehmen und Banken Abstand zu nehmen.

 

James F. Byrnes, (*1879, †1972), Außenminister der USA vom 12.4.1945 bis zum 20.1.1947

 

 

  • Das Meinungsbild der Deutschen über die künftige Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung geriet in den Sog des Ost-West-Konflikts. So gab es auch in den Westzonen eine breite politische Tendenz zugunsten von Sozialisierung und Mitbestimmung. Das Ressentiment gegen Demokratie, Parlament und Parteien war ebenso ausgeprägt wie die Wertschätzung für autoritäre Systeme. Viele große Unternehmen fürchteten, ihre ehemals autarke Wirtschaft unter dem Druck der Westmächte nach den Prinzipien des freien Wettbewerbs umgestalten zu müssen und sich dem Weltmarkt zu öffnen. Auch die Diskussion über die zukünftige außenpolitische Orientierung war eine Folge des "Kalten Krieges".

  • Einbindung der westlichen Besatzungszonen in internationale Institutionen

  • Die Politik der Westmächte war es, zumindest ihre Besatzungszonen in ein Netzwerk internationaler Institutionen einzubinden und dadurch zur Kooperation zu verpflichten. Selbstverständlich diente dieses Konzept auch dazu, die politische Entwicklung und das wirtschaftliche Potenzial in den Westzonen zu kontrollieren.

  • Mit der am 16. April 1948 gegründeten "Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit" (OEEC) wurde der erste Schritt auf dem langen Weg zur europäischen Integration getan.

 

  • Der wirtschaftlichen Union wurde am 4. April 1949 mit der NATO ein nordatlantisches Verteidigungsbündnis zur Seite gestellt. Wirtschafts- und Sicherheitspolitik wurden so miteinander verknüpft. Der Beitritt der BRD zur NATO erfolgte 1954 im Rahmen der Pariser Verträge. 

 

  • Die spätere Bundesrepublik wurde am 15. Dezember 1949 vollberechtigtes Mitglied der OEEC. 

  • Territoriale Neuordnung in den westlichen Besatzungszonen

  • Im September/Oktober 1945 wurden in der amerikanischen Besatzungszone neue Länder geschaffen. In der britischen Zone nahm man die territoriale Neuordnung ein Jahr später in Angriff.

 

  • Die Absicht der westlichen Besatzungsmächte war, in Deutschland eine ausgewogene föderale Ordnung zu etablieren, d.h. eine starke Zentralgewalt zu verhindern. Obwohl durch die Neuordnung alte staatliche Bande zerschnitten wurden, erwiesen sich die neuen Länder langfristig als tragfähig.

 

  • Die Regierungschefs der neu geschaffenen Länder in den Westzonen wurden zunächst von den Besatzungsmächten ernannt. Nach der Verabschiedung von Verfassungen und nach ersten Wahlen wurden demokratisch legitimierte Länderregierungen gebildet.

  • Unter französischem und sowjetischem Protest erfolgte am 1. Januar 1947 der Zusammenschluss der amerikanischen und der britischen Zone. Für diese "Bizone" wurden im Juni der 'Verwaltungsrat' als exekutives und der 'Wirtschaftsrat' als legislatives Gremium (Kontrollorgan) eingerichtet. Die 52 Abgeordneten des Wirtschaftsrats wurden von den acht Landesparlamenten der Bizone gestellt.

 

  • Die USA und Großbritannien waren sehr darauf bedacht, das Provisorische des Zusammenschlusses und seine ausschließlich wirtschaftlichen und administrativen Zwecke zu betonen. Ziel war es, bis Ende 1949 die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Doppelzone herzustellen. Die Bizone sollte bis zu einer Einigung der Alliierten über die Behandlung ganz Deutschlands als Wirtschaftseinheit bestehen bleiben.

 

  • Mit den neuen Institutionen wurden der deutschen Seite ein Teil an politischer Mitsprache und Mitgestaltung gewährt, auch wenn alle Entscheidungen unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Besatzungsmächte standen.

  • Der zur Versorgung der deutschen Bevölkerung notwendige institutionelle Wiederaufbau begann zunächst bei den Gemeinden und mittleren Verwaltungseinheiten.

 

Da die Besatzungsmächte die dringenden Aufgaben bei der Versorgung der deutschen Bevölkerung nicht alleine bewältigen konnten, wurden politisch unbelastete Deutsche mit deren Erfüllung beauftragt. So wurden Bürgermeister und Landräte, später auch Ministerpräsidenten eingesetzt.

  • Wirtschaftliche und soziale Maßnahmen der Westmächte

  • Durch die Wiederherstellung einer für die Selbstversorgung der Bevölkerung ausreichenden Wirtschaftskraft sollte ein Gegengewicht gegen den Einfluss der Sowjetunion (u. a. die Infiltration kommunistischen Gedankenguts)  geschaffen werden. 

  • Die Bildung der Bizone sollte dazu beitragen, sowohl die Versorgungslage als auch die Beschäftigungslage der Bevölkerung zu verbessern.

 

Die Verschmelzung von Rohstoffvorkommen und verarbeitender Industrie in einem größeren Wirtschaftsraum sollte die Wiederbelebung von Industrieproduktion und Außenhandel ermöglichen.

  • Mit dem von dem amerikanischen Staatsekretär George Catlett Marshall im Juni 1947 angekündigten Europäischen Wiederaufbauprogramm sollte Europa finanziell unterstützt werden. Dieser "Marshall-Plan" hatte das Ziel, die westlichen Demokratien weniger anfällig für die sowjetische Einflussnahme zu machen.

George Catlett Marshall (*1880, †1959), amerikanischer Politiker (Verteidigungsminister 1950/51) und General

Photographie aus dem Jahr 1947, Deutsches Historisches Museum Berlin. Inv.-Nr. BA 105677 (Schirner)

 

  • Der Anteil Westdeutschlands an diesem Hilfsprogramm betrug 1,5 Milliarden US-Dollar. Mit diesem Geld konnte die Lebensmittelversorgung verbessert und der wirtschaftliche Wiederaufbau forciert werden.

 

  • Die Unterstützung Westdeutschlands durch den Marshall-Plan war bei den westlichen Siegermächten umstritten. Der für die amerikanische Zone zuständige Militärgouverneur, Lucius D. Clay, drückte seine Zweifel am 4. Februar 1948  wie folgt aus: "Mit der Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland wird wahrscheinlich der Revanchegeist der Deutschen verstärkt aufleben, und sie werden dann noch eingehender überwacht werden müssen".

  • Voraussetzung für die Wirksamkeit der Marshallplanhilfe war eine grundlegende Bereinigung der Währungsverhältnisse. Durch die Kriegswirtschaft stand eine riesige Geldmenge einem nur geringen Warenangebot gegenüber. Am 20./21. Juni 1948 wurde in den drei Westzonen eine Währungsreform durchgeführt und damit die Vorbedingung für die wirtschaftliche Konsolidierung geschaffen.

 

  • Löhne, Gehälter, Pensionen, Renten und Mieten wurden im Verhältnis 1:1 umgestellt, die meisten anderen Verbindlichkeiten 10:1. Sparguthaben wurden im Verhältnis 100:6,5 abgewertet. Demgegenüber wurden die Besitzer von Sachwerten begünstigt. Das Verhältnis der DM zum Dollar wurde fixiert (3,33 DM = 1 $).

 

  • Die Sowjetunion antwortete am 24. Juni 1948 auf die Währungsreform mit der Blockade der Zugangswege zu den Westsektoren Berlins. Mit der elf Monate andauernden 'Berlin-Blockade' versuchte die Sowjetunion, die Bildung eines gegen sie gerichteten westdeutschen Teilstaats zu verhindern. Die Berlin-Blockade führte zu einer Solidarisierung der Westberliner mit den USA. Die Vereinigten Staaten von Amerika wuchsen in die Rolle einer Schutz- und Ordnungsmacht.

 
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg bremsten hohe Zölle von teils 40 Prozent den internationalen Warenaustausch. Um dies zu ändern, unterzeichneten am 30. Oktober 1947 die Vertreter von 23 Ländern in Genf das "Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen" ("General Agreement on Tariffs and Trade"), kurz "GATT. Sie schufen damit erstmalig multilaterale Regeln für den Welthandel. Zu den Gründungsmitglieder zählten unter anderen die USA und China. Die Bundesrepublik Deutschland trat wenige Jahre später, im Oktober 1951, bei. Die Vertragspartner gewährten sich gegenseitige Zollvergünstigungen und hoben handelsbeschränkende Gesetze für Waren auf. Bereits durch die erste Welthandelsrunde wurden 45.000 Zollhemmnisse abgeschafft und die Importzölle auf 22 Prozent gesenkt. Mit dem "GATT" begann die Ausweitung und Liberalisierung des internationalen Handels, die eigentliche Globalisierung. Profitiert haben davon vor allem die Industrieländer. Bis 1994 traten 123 Länder dem "GATT" bei.


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Die Neubildung der Parteien 


  • Parallel zur Wiederherstellung einer deutschen Verwaltung, die im Auftrag der Besatzungsmacht tätig wurde, vollzog sich allmählich die Bildung politischer Gruppierungen. Beim Neubeginn des politischen Lebens spielten Anhänger der 1933 verbotenen Parteien eine wesentliche Rolle spielten. KPD und SPD konnten ihre alten Organisationsstrukturen und Mitgliederpotential wieder beleben und erschienen ab Sommer 1945 an vielen Orten als erste auf der politischen Bühne, gefolgt von der neuen Gruppierung der Christlich-Demokratischen Union (CDU) bzw. in Bayern der Christlich-Sozialen Union (CSU).

  • Vorreiter in der Zulassung politischer Parteien war die sowjetische Besatzungsmacht. Am 11. Juni 1945 trat in Berlin die KPD mit einem Gründungsaufruf an die Öffentlichkeit. Mitte Juni folgte die SPD, Ende des Monats die CDU und am 5. Juli wurde die Liberal-Demokratische Partei (LDP) gegründet. Die Wirksamkeit dieser vier Parteien blieb auf Berlin und die Sowjetzone beschränkt.

  • In der amerikanischen Besatzungszone wurden die Weichen für eine Neuzulassung von demokratischen Parteien im Spätsommer 1945 gestellt. Zunächst ließ man lediglich in den Gemeinden und kleineren Städten die Aktivitäten von Parteien zu. Voraussetzung war, wie auch in der britischen und der französischen Zone, der Erwerb einer Lizenz. Dazu war ein Antrag bei der zuständigen Militärregierung notwendig, dem das Parteiprogramm beigefügt sein musste. Die Anträge mussten auf Kreisebene genehmigt werden. Die Aktivitäten der Parteien wurden von der Militärregierung überwacht.

  • Schon bald zeichnete sich ein Muster von vier Parteien ab, die in allen Besatzungszonen entstanden. Kommunisten wie Sozialdemokraten konnten hierbei an alte Strukturen der Weimarer Zeit anknüpfen und sich rasch in allen vier Besatzungszonen etablieren. Der Zusammenschluss zu Landesverbänden wurde erst Anfang 1946 erlaubt, die Parteiorganisation auf Zonenebene war nur in der britischen und sowjetischen Besatzungszone möglich.

  • Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

  • Am 15. Juni 1945 forderte der Zentralausschuss der SPD in Berlin eine weit gehende Sozialisierung Deutschlands und ein Zusammengehen mit der KPD. Der ehemalige Reichstagsabgeordnete Kurt Schumacher, der bereits vor Kriegsende mit dem Wiederaufbau der SPD-Organisation begonnen hatte, lehnte den gesamtdeutschen Führungsanspruch des Berliner Zentralausschusses ebenso ab wie dessen Forderung nach Vereinigung mit der KPD.

 

Kurt Schumacher (*1895, †1952), deutscher Politiker (SPD).

1924 - 1931 Abgeordneter im Württembergischen Landtag, 1930 - 1933 Mitglied des Deutschen Reichstags, 1933 - 1943 Inhaftierung in Konzentrationslagern, 1946 - 1952 Parteivorsitzender der SPD, 1949 - 1952 Oppositionsführer im Deutschen Bundestag.

DPA

Auf der "Reichskonferenz" der SPD in Hannover am 5. Oktober 1945 einigte man sich darauf, dass der Zentralausschuss für die sowjetische Zone und Kurt Schumacher für die Westzonen zuständig sein sollten.

  • Vor dem Zweiten Weltkrieg  überwiegend eine Arbeiterpartei entwickelte sich die die SPD zur Volkspartei, die von allen Schichten der Bevölkerung gewählt und getragen wurde.

 

Die Einebnung der alten Klassengegensätze war schon unter dem Nationalsozialismus und durch die Zerstörungen des Krieges erfolgt. Durch die Bevölkerungsverschiebungen nach dem Krieg wurden die Klassengegensätze endgültig vernichtet.

  • Kurt Schumacher verstand die SPD als 'überzonale' einheitliche Partei. Er spricht vom "Recht der nationalen Selbstbestimmung" und vom "Anspruch auf politische Gleichberechtigung" der Bundesrepublik.

  • Die westliche SPD grenzte sich gegen den Führungsanspruch der ostzonalen SPD ebenso ab wie gegen alle Angebote zur Zusammenarbeit mit den Kommunisten. Im Gegensatz zur KPD verwirft die SPD die diktatorische Übernahme der Regierungsgewalt. Sie setzt sich vielmehr für die Einhaltung demokratischer Regeln ein. 

  • Im Anti-Kapitalismus ist sich Kurt Schumacher mit den Kommunisten einig. Die Großindustrie und die Großbanken sollen durch die Überführung in Gemeineigentum entmachtet werden. Eine privatwirtschaftliche Wirtschaftsordnung wird von Kurt Schumacher abgelehnt. Planung und Kontrolle sollen durch den Staat erfolgen.

  • Unter dem Vorsitz von Kurt Schumacher ist die SPD auf dem Gebiet der internationale Kooperation eher zögerlich.

 

Kurt Schumacher hat Vorbehalte gegen die USA, weil er deren puren Kapitalismus strikt ablehnt. Außerdem glaubt er, dass eine Westintegration der BRD eine weitere Annäherung der DDR an den Osten zur Folge haben würde. Er will sich auch nicht an die Sowjetunion annähern. Kontakte mit der DDR lehnt er ab. 1948 empfiehlt er einen Alleingang der Bundesrepublik zur Lösung der deutschen Frage.

  • Christlich Demokratische Union / Christlich Soziale Union (CDU/CSU)
 
  • Am 17. Juni 1945 wurde in Köln die "Christlich-Demokratische Partei" gegründet. Am 15. September kam es in Frankfurt zur Gründung der "Christlichen Demokratischen Partei". Mitte Dezember einigten sich die regionalen Gruppierungen in Bad Godesberg auf den gemeinsamen Namen "Christlich Demokratische Union" (CDU). In Bayern bildete sich mit der Christlich Sozialen Union (CSU) eine selbständige christliche Partei, die sich als Schwesterpartei der CDU verstand.

 
  • CDU und CSU entstanden aus einer christlich-bürgerlichen Bewegung, in der sich ehemalige katholische Zentrumspolitiker, christliche Gewerkschaftler sowie diejenigen protestantische Schichten zusammenfanden, die in der Weimarer Republik ihre politische Heimat bei den Deutschnationalen oder den liberalen Parteien hatten. In CDU und CSU sollten sowohl Unternehmer- als auch Arbeitnehmerinteressen vertreten werden.

 

  • Das Neuartige war der konfessionelle Pluralismus dieser auf christlicher Grundlage sozial engagierten Parteien CDU und CSU. Zumindest bis 1933 wäre es aufgrund des konfessionellen Gegensatzes zwischen Katholiken und Protestanten unmöglich gewesen, eine christliche Partei mit überkonfessionellem Charakter zu bilden.

 

  • Die konservativen Parteien, die einst die agrarischen Interessen im Osten Deutschlands vertraten, hatten ihr Wählerpotential verloren. Das 'Zentrum', die ehemalige Vertretung der Katholiken, war nach 1945 in ihren ehemaligen Hochburgen wiedererstanden, ging jedoch bald danach in der  überkonfessionellen christlichen Volkspartei auf. Dies erklärt sich vor allem daraus, dass die Katholiken durch die Bevölkerungsverschiebungen über die gesamte Bundesrepublik verteilt und die beiden christlichen Konfessionen, anders als früher im Reich, zahlenmäßig gleich stark waren.

 
  • Anfang 1946 übernahm Konrad Adenauer den Parteivorsitz der CDU sowohl im Rheinland als auch in der britischen Zone. Als sich die CDU im Oktober zu einer bundesweiten Partei konstituierte, wurde Adenauer erster Bundesvorsitzender.

   

Konrad Adenauer (*1876, †1967)Aufnahme im Jahr 1963.

1949-1963 erster Bundeskanzler der BRD, 1951-1955 auch Außenminister

Mit besonderer Genehmigung des Bildautors Josef Albert Slominski (slomifoto). Link: www.slomifoto.de

 
  • Die Freie Demokratische Partei (FDP)
 
  • Die Liberalen überwanden nach 1945 ihre Spaltung in eine rechts- und linksliberale Partei. Diese Spaltung war 1866 unter Bismarck erfolgt und hatte den Zusammenbruch von 1918 überdauert.

 
  • In Berlin wurde am 5. Juli 1945 die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) gegründet, die einen gesamtdeutschen Anspruch erhob, faktisch aber auf die sowjetische Zone beschränkt blieb.

 

Der Schwerpunkt liberaler Parteigründungen in den Westzonen lag in Württemberg und Baden, wo Theodor Heuss und Reinhold Maier die 'Demokratische Volkspartei' (DVP) aufbauten.

   

Theodor Heuss (*1884, †1963)

1948 erster FDP-Vorsitzender in Deutschland, Bundespräsident der BRD von 1949 bis 1959.

Foto aus dem Jahr 1950

Deutsches Historisches Museum, Inv.-Nr. BA112793 (Schirner)

 
 
  • In Hamburg wurde im September 1945 die 'Partei der Freien Demokraten" gegründet. Am 11. Dezember 1948 schlossen sich die Landesverbände in den Westzonen zur 'Freien Demokratischen Partei' (FDP) zusammen.

 
  • Bei aller programmatischen Vielfalt war den Liberalen die Ablehnung kirchlichen Einflusses auf den Staat und das Eintreten für eine privatwirtschaftliche Ordnung gemeinsam.

  • Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

 

  • Zulassung der KPD für alle Besatzungszonen am 10. Juni 1945.

 

  • In dem Aufruf des Zentralkomitees der KPD vom 11. Juni 1945 werden unter anderem folgende Ziele folgende Ziele formuliert:

 

  • "Aufrichtung eines antifaschistischen, demokratischen Regimes, einer parlamentarisch-demokratischen Republik mit allen demokratischen Rechten und Freiheiten für das Volk". Ablehnung des Sowjetsystems für Deutschland.

 

  • "Völlig ungehinderte Entfaltung des freien Handels und der privaten Unternehmerinitiative auf der Grundlage des Privateigentums"

 

  • "Liquidierung des Großgrundbesitzes ... und Übergabe an die durch den Krieg ruinierten und besitzlos gewordenen Bauern".

 

  • Verstaatlichung lebenswichtiger Versorgungsbetriebe, Enteignung der Nationalsozialisten.

    Max Reimann (* 1898, † 1977), 1948/49 Mitglied des Parlamentarischen Rats, 1949 - 1953 Mitglied des Deutschen Bundestags, Vorsitzender der KPD-Fraktion.
Im Sommer 1954 Übersiedlung in die DDR. Herbst 1968 Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland, 1971 Beitritt zur DKP (Ehrenpräsident). 

 

 

  • Die Propaganda der KPD zur Schaffung einer einheitlichen Arbeiterpartei fand bei der SPD in den Westzonen und in den Westsektoren Berlins kaum Resonanz. In der Ostzone war erheblicher sowjetischer Druck erforderlich, damit sich am 21. und 22. April 1946 der Gründungsparteitag der Sozialistischen Einheitspartei (SED) vollzog.

 

Am 23. April 1946 erscheint mit sowjetischer Lizenz die erste Ausgabe des Zentralorgans der SED "Neues Deutschland", der auflagenstärksten Tageszeitung in der späteren DDR.

  • Kleinere Parteien

 

  • Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) 

 

  • Bayernpartei (Ziel: souveränes Bayern)

 

  • Deutsche Reichspartei (sehr konservativ und national)


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Die Gründung der Bundesrepublik 


  • Die Expansionsbestrebungen der Sowjetunion hatten die USA dazu veranlasst, zu einer "Eindämmungspolitik" überzugehen. Dieses neue politische Konzept basierte auf der Ansicht, dass die sowjetischen Expansionsbestrebungen nur "eingedämmt" werden könnten, wenn diese mit entsprechendem Gegendruck beantwortet würden. Die "Truman-Doktrin" vom 12. März 1947 betonte daher die Verpflichtung der USA, "alle freien Völker zu unterstützen, die sich der Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch Druck von außen widersetzen". Die Partnerschaft zwischen den USA und der Sowjetunion, die im Kampf gegen Hitler Bestand hatte, war der Konfrontation im 'Kalten Krieg' gewichen. Deutschland stand im Spannungsfeld dieser Auseinandersetzung.

 

Harry S. Truman (*1884, †1972), Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1945 - 1953 

  • Nach einer Reform der 'Bizone' Anfang 1948 (bei welcher der Wirtschaftsrat auf 104 Abgeordnete vergrößert wurde) war die gemeinsame Organisation der beiden Zonen perfekt. Die "Vorform" der Bundesrepublik war entstanden. Der Zusammenschluss der beiden Zonen zum "Vereinigten Wirtschaftsgebiet" vertiefte allerdings die Kluft zu den anderen Besatzungszonen.

 

Während in der sowjetischen Zone die Aufgabe der Zentralverwaltungswirtschaft mit staatlich gelenkten Produktionsplänen, Preisen und Löhnen gar nicht zur Debatte stand, bekannte sich das 'Vereinigte Wirtschaftsgebiet' zur wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft. Verantwortlich für diesen Schritt war Ludwig Erhard, der im März 1948 zum Direktor der Verwaltung für Wirtschaft gewählt worden war.

  • Die entscheidenden Weichen zur  Gründung der Bundesrepublik werden während der ersten Sitzungsperiode  der Sechs-Mächte-Konferenz in London (23. Februar - 6. März 1948) gestellt. Die drei Westalliierten und die Benelux-Staaten einigen sich darauf, in Westdeutschland ein föderatives Regierungssystem zu errichten und diesen Teil Deutschlands am Marshallplan und an der Ruhrkontrolle zu beteiligen. Wie zuvor bereits Großbritannien, so verzichtet unter amerikanischem Einfluss nun auch Frankreich auf eine eigenständige Politik gegenüber der Sowjetunion und Deutschland.

 

  • Den Vereinigten Staaten und Großbritannien ging es darum, die drei Westzonen in ein europäisch-atlantisches Staatensystem einzubinden.

 

  • Nach dem Ende der ersten Sitzungsperiode der Sechs-Mächte-Konferenz lockerte Frankreich seine Abgrenzungspolitik gegenüber der amerikanischen und britischen Zone. Immerhin wurde die Währungsreform im Juni 1948 von den drei Westmächten gemeinsam durchgeführt. Am 8. April 1949 billigte Frankreich den Zusammenschluss seiner Besatzungszone im Südwesten Deutschlands mit der Bizone, die damit zur Trizone erweitert wurde.

 

  • Die Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder wiesen in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass vermieden werden müsse, "die Spaltung zwischen West und Ost zu vertiefen". Sie wehrten sich gegen den Staatscharakter des zu errichtenden Gebildes und plädierten für ein Provisorium, das einen organisatorischen Rahmen für den Bereich der Westzonen bilden sollte. Auch eine Volksabstimmung über den Verfassungsentwurf lehnten die Ministerpräsidenten ab; die Länderparlamente sollten das 'Grundgesetz' ratifizieren (Die Bezeichnung 'Grundgesetz' sollte den vorläufigen Charakter deutlich machen).

 

  • Aus Protest gegen die Empfehlungen der Londoner Sechs-Mächte-Konferenz und der am 17. März 1948 erfolgten Gründung der gegen die Sowjetunion gerichteten 'Westunion' (Großbritannien, Frankreich, Benelux-Staaten) verlässt der sowjetische Militärgouverneur Sokolowskij am 20. März 1948 den 'Alliierten Kontrollrat'. Dieser ist damit gesprengt und tagt nicht wieder.

  • Die zweite Sitzungsperiode der Londoner Sechsmächtekonferenz (20. April - 2. Juni 1948) beschließt, dem deutschen Volk zu ermöglichen, "auf der Basis einer freien und demokratischen Regierungsform" seine Einheit wiederherzustellen und allmählich die "volle Regierungsverantwortung" zu übernehmen. Die Militärgouverneure werden beauftragt, die westdeutschen Ministerpräsidenten zur Einberufung einer 'Verfassungsgebenden Versammlung' zu ermächtigen. Diese Versammlung sollte die Aufgabe haben, die Verfassung für den zu schaffenden westdeutschen Staat auszuarbeiten.

 

Die Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder gaben ihre grundsätzlichen Bedenken gegen eine Teilstaatsbildung auf, nicht zuletzt deshalb, weil der US-Militärgouverneur Lucius D. Clay mit Konsequenzen für das eingeschlossene Berlin gedroht hatte. Sie erreichten jedoch, dass das Grundgesetz nicht von einer vom Volk gewählten Nationalversammlung, sondern von einem 'Parlamentarischen Rat' erarbeitet wurde, dessen 65 Mitglieder die Länderparlamente zu bestimmen hatten.

  • Der 'Parlamentarische Rat', der sich im September 1948 in Bonn konstituierte, setzte sich zum Ziel, den Rechtsstaat in Deutschland neu zu befestigen und eine parlamentarische Demokratie westlichen Musters zu errichten. Man stimmte darin überein, dass man "Lehren aus Weimar" ziehen, also Strukturmerkmale der Weimarer Verfassung beheben wollte, die den Untergang der ersten deutschen Demokratie begünstigt hatten.

 
  • Über die Mitglieder des Parlamentarischen Rates hatten die Landtage entschieden. Unter den 65 stimmberechtigten Mitgliedern des Rates waren vor allem Landtagsabgeordnete, Juristen, Professoren, Landräte und Gewerkschafter. Aus der britischen Zone kamen 32, aus der amerikanischen 25 und aus der französischen acht Abgeordnete. Dem Parlamentarischen Rat gehörten vier Frauen an. CDU/CSU und SPD stellten je 27 Abgeordnete, die FDP fünf, die Deutsche Partei, das Zentrum und die KPD je zwei. Zudem nahmen fünf Berliner Abgeordnete ohne Stimmrecht an den Beratungen teil. Präsident des Parlamentarischen Rates war Konrad Adenauer (CDU).

 
  • Carlo Schmid (SPD), Justizminister von Württemberg-Hohenzollern, sträubte sich dagegen, den Deutschen eine neue Verfassung zu schreiben, solange das besiegte Reich geteilt und "die Ausübung der deutschen Volkssouveränität blockiert" sei. Gegenüber den Siegermächten äußert er: "Wo ein Volk sich unter Fremdherrschaft zu organisieren hat konstituiert es sich nicht, sondern organisiert sich lediglich." Für Carlo Schmid ist eine neue Verfassung "kein endgültiges 'Deutsches Haus', sondern nur ein Notdach, das für die Zeit des Übergangs Schutz gewährt". Carlo Schmid wird zum wichtigsten Autor für die 146 Artikel der provisorischen Verfassung. Dem Verfassungsprovisorium stimmt er "nur schweren Herzens" zu. Seine Biographin, Petra Weber, erklärt: "Außer Schmid hatte niemand ein fertiges Konzept in der Tasche." Konrad Adenauer wiederum habe kein Komma" zum Grundgesetz beigetragen, ist in den Tagebüchern von Theodor Heuss nachzulesen, dem ersten Staatsoberhaupt der neuen Republik. Adenauer ist, so äußert sich Carlo Schmid in dieser Zeit, "dem sinkenden Gott vergleichbar, und wie es Fürsten geziemt, mischt er sich selten dem Volk".

  • Am 12. April 1949 stimmen die westdeutschen Ministerpräsidenten in Bonn dem von den Alliierten Frankreich, Großbritannien am 10. April dem Parlamentarischen Rat vorgelegten 'Besatzungsstatut zur Abgrenzung der Befugnisse und Verantwortlichkeiten zwischen der zukünftigen deutschen Regierung und der Alliierten Kontrollbehörde' als Voraussetzung für die Gewährung  der künftigen westdeutschen Teilsouveränität zu. Das Besatzungsstatut wurde am 12. Mai 1949 von den drei Militärgouverneuren förmlich verkündet und trat am 21. September 1949 in Kraft.

 

Kriterium für die Souveränität ist das 'Letztentscheidungsrecht'; in einem souveränen Staat unterliegen die Staatsorgane keiner Vorschrift..

 

  • Nach dem Besatzungsstatut liegt die oberste Regierungsgewalt praktisch bei den westlichen Alliierten, die sich Sonderbefugnisse in wichtigen Bereichen vorbehalten haben (Abrüstung, Militarisierung, Ruhrkontrolle, Demontage und Entflechtung der Großindustrie, auswärtige Angelegenheiten und Außenwirtschaft). Gesetze treten nur in Kraft, wenn die Besatzungsmächte keine Einwände erheben. Sie können die Regierungsgewalt jederzeit aus „Sicherheitsgründen oder zur Aufrechterhaltung der demokratischen Ordnung" in Deutschland übernehmen.

 

  • Mit dem Besatzungsstatut wurde die direkte Militärregierung der westlichen Besatzungsmächte beendet. Die politischen Kontrollbefugnisse werden auf die Alliierten Hohe Kommissare John J. McCloy (USA), André Francois-Poncet (Frankreich) und Sir Brian Robertson (Großbritannien) übertragen.

 

John McCloy (*1895, †1989), 1949 - 1952 Hoher Kommissar der US-Regierung und Militärgouverneur in Deutschland 

 

  • Am 8. Mai 1949 beschließt der Parlamentarische Rat das Grundgesetz. In der Schlussabstimmung wird es von 53 der 65 Delegierten befürwortet. In der Schlusssitzung des Parlamentarischen Rats am 23. Mai 1949 wird das Grundgesetz ausgefertigt und verkündet. Es wird von Konrad Adenauer, dem Präsidenten des Parlamentarischen Rates, unterzeichnet. Am 24. Mai 1949 tritt das Grundgesetz in Kraft.

 

  • Am 7. September 1949 konstituierte sich der erste Deutsche Bundestag, am 12. September wählte die Bundesversammlung Theodor Heuss zum Bundespräsidenten. Am 20. September gab der fünf Tage zuvor gewählte Kanzler Konrad Adenauer seine erste Regierungserklärung ab, nachdem die Bundesregierung vereidigt worden war. Die war - juristisch gesehen - die Geburtsstunde der Bundesrepublik.

  • Vergleich des Grundgesetzes mit der Weimarer Verfassung
 
  • Wie in der Weimarer Verfassung werden im Grundgesetz individuelle Freiheits- und politische Mitwirkungsrechte garantiert. Neu ist, dass die Grundrechte als vorstaatliche Menschenrechte angesehen werden, die unter den Schutz einer Verfassungsgerichtsbarkeit gestellt sind.

 

Das 1951 geschaffene Bundesverfassungsgericht wurde zum "Hüter der Verfassung". In der Weimarer Republik war der Schutz der Verfassung höchstens indirekt über den Art. 48 (Notstandsparagraph, Reichsexekution) möglich; prinzipiell konnten alle Artikel mit Zweidrittelmehrheit geändert werden.

 
  • Die Rechte des Staatsoberhaupts (des Bundespräsidenten) wurden deutlich beschnitten. Der Präsident wird nicht mehr direkt vom Volk gewählt, sondern von der 'Bundesversammlung', die je zur Hälfte aus Mitgliedern des Bundestags und aus Abgeordneten der Landesparlamente besteht.

 
  • Die Stellung des Kanzlers und seiner Regierung wurde gestärkt. Die Entscheidung über seine Wahl (oder Abwahl) liegt allein beim Parlament. Über das Instrument des 'konstruktiven Misstrauensvotums' kann er nur dann zum Rücktritt gezwungen werden, wenn sich gleichzeitig eine parlamentarische Mehrheit für einen neuen Kanzler findet. Diese Regelung festigte die Position des Kanzlers gegenüber dem Parlament. Der Kanzler hat außerdem das Recht, Minister zu ernennen und zu entlassen. Er legt die Zuständigkeiten eines jeden Ressorts fest und bestimmt generell die "Richtlinien der Politik".

 

Während der Weimarer Republik war die Stellung der Regierung wegen der Möglichkeit eines 'einfachen Misstrauensvotums' durch das Parlament relativ schwach. 

 
  • Das Parlament bekam zu seiner traditionellen Gesetzgebungs- und Kontrollfunktion noch die Möglichkeit, den Kanzler zu bestimmen. Die Regierung muss sich auf eine Mehrheit im Parlament stützen.

 
  • Dem Bundesrat, dem Organ für die Vertretung der Länder wurde in bestimmten Fragen (vor allem in Fragen der Steuererhebung und der Steuerverteilung) ein Mitspracherecht an der Gesetzgebung des Bundes eingeräumt.

 

In den Fragen nach dem Freiraum der Landespolitik und über die Rolle und das Gewicht der Länder in Angelegenheiten der Bundespolitik hatte es sowohl innerhalb des Parlamentarischen Rats als auch zwischen der deutschen Seite und den Alliierten Konflikte gegeben. Grundsätzlich einigte man sich auf eine Stärkung der Rechte der Ländervertretung. In der Weimarer Republik hatte der 'Reichsrat' nur eine geringe Mitwirkungsmöglichkeit an der Legislative.

  • Mit dem Grundgesetz war die Basis für eine parlamentarische Demokratie in Deutschland gelegt. Die junge Bundesrepublik sah sich jedoch noch immer unter die Vormundschaft der 'Alliierten Hohen Kommission' gestellt, die im September 1949 an die Stelle der Militärgouverneure getreten war. Die Westmächte bestimmten nach wie vor über die Souveränität; sie bestimmten nicht nur die Außenpolitik sondern übten auch eine generelle Kontrolle über die Politik der Bundesregierung aus.

    In der Ära Adenauer  konnten die Vorbehaltsrechte der Alliierten in mehreren Schritten abgebaut werden.


Kriegsende     Deutschlandpolitik der Westmächte     Neubildung der Parteien     Gründung BRD     Gründung DDR     Literaturhinweise  


Die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik


  • Schaffung von Verwaltungsstrukturen

 

  • Kadergruppen, die während des Krieges in der Sowjetunion ausgebildet wurden, übernahmen bereits vor Kriegsende ihre Tätigkeit in Berlin (Walter Ulbricht), Sachsen und im Ostseegebiet.

 

  • Im Juli 1945 kam es zur Errichtung von fünf Landes- und zwölf Provinzverwaltungen, die das Recht hatten, Verordnungen mit Gesetzescharakter zu erlassen. Die von der sowjetischen Militärregierung gebildeten Zentralverwaltungen (für Volksbildung, Finanzen, Arbeit und Sozialfürsorge sowie für Landwirtschaft) standen unter dem beherrschenden Einfluss der Kommunistischen Partei (KPD).

  • Parteien

 

  • Im Juni 1945 ergeht der Befehl der Sowjetunion zur "Bildung und Tätigkeit antifaschistisch-demokratischer Parteien". Sie unterstehen der Kontrolle der sowjetischen Militäradministration (SMAD). Während der Monate Juni und Juli wurde die Gründung folgender Parteien genehmigt: KPD (Wilhelm Pieck), SPD (Otto Grotewohl), Christlich-Demokratische Union Deutschlands, Liberal-demokratische Partei Deutschlands.

 

  • Am 14. Juli 1945 werden die vier Parteien zum "antifaschistisch-demokratischen Block" zusammengeschlossen.

 

  • Am 22. April 1946 werden KPD und SPD zwangsweise zur 'Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands' (SED) verschmolzen. Vorsitzende werden Wilhelm Pieck (vorher KPD) und Otto Grotewohl (vorher SPD). - Im Januar 1949 wird das paritätische Prinzip aufgegeben, ein Politbüro mit 7 Mitgliedern und 2 Kandidaten wird gebildet. Im Juli 1950 wird der Parteivorstand abgeschafft; es entsteht ein Zentralkomitee mit 51 Mitgliedern und 30 Kandidaten, Walter Ulbricht wird Generalsekretär (später Erster Sekretär).

   

Plakat der SED

Berlin, Staatliche Museen - Kunstbibliothek.

 
  • Gesellschaftliche und wirtschaftliche Reformen
 
  • Die sowjetische Besatzungsmacht entwickelte auf ihrem Territorium neue soziale und politische Strukturen und wollte eine "neue Gesellschaft" formieren. Die "antifaschistisch-demokratische Umwälzung" zielte auf eine "Revolution der gesellschaftlichen und politischen Zustände".

 
  • Schon 1945 wurde im öffentlichen Dienst das Berufsbeamtentum abgeschafft. In der Justizreform von 1946 wurden mehr als 85 Prozent der Richter und Staatsanwälte im Zuge der Entnazifizierung entlassen und durch im Schnellverfahren ausgebildete "Volksrichter" ersetzt, die meistens der KPD angehörten.

 
  • Im September 1945 werden Verordnungen über die Bodenreform erlassen. Mehr als 7000 Großgrundbesitzer werden entschädigungslos enteignet. Die Bodenreform umfasste 35 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der sowjetisch besetzten Zone. Zwei Drittel des enteigneten Landes gingen an bisher besitzlose Bauern.

 
  • Einrichtung von staatlich geförderten landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs).

 
  • Die Industriereform, eingeleitet im Oktober 1945, war ein großer Schritt in Richtung zentraler Planwirtschaft. Das Eigentum von Staat, Wehrmacht, NSDAP und 'Kriegsverbrechern' wurde beschlagnahmt. Bis Frühjahr 1948 befinden sich 45% der gesamten Industrieproduktion in Staatsbesitz. Die Unternehmen werden zu 'Volkseigenen Betrieben' (VEBs) umgewandelt. 25 Prozent der Gesamtindustrie werden im Rahmen der Reparationszahlungen von der Besatzungsmacht übernommen.

 
  • Gleichschaltung des kulturellen Lebens (Theater, Kinos, Rundfunk, Zeitungen, Fernsehen, Literatur u. a.).

 

 

Nebenbei bemerkt: Im Juni 1949 erscheint der Roman „1984“ des englischen Schriftstellers  George Orwell (*1903, † 1950), in dem der Schrecken eines totalitären Überwachungsstaates beschrieben wird. Der Titel enthält den Zahlendreher des Jahres 1948 zu 1984 als Anspielung auf eine damals sehr fern erscheinende Zukunft.  Big Brother is watching you“ ist heute eine spaßige Redewendung, aber in Orwells  Parabel handelt es sich um eine düstere und hoffnungslose Vision, eine beklemmende Warnung vor der uneingeschränkten Vereinnahmung des Menschen durch eine Parteielite. Obwohl George Orwell kaum voraussehen konnte, welche technischen Möglichkeiten durch die Entwicklung der Elektronik inzwischen für die lückenlose Überwachung existieren, hat er ein Gesellschaftssystem beschrieben, das über sechzig Jahre nach seiner Veröffentlichung realistischer als denn je erscheint.  Man denke nur an die Datenmengen, die im Internet über Benutzer gesammelt werden.

  • Die sowjetische Deutschlandpolitik
 
  • Ausrichtung der Deutschlandpolitik am sowjetischen Sicherheitsbedürfnis. Der sowjetische Machtbereich sollte durch die Schaffung eines 'Schutzgürtels' gegenüber der westlichen Einflusssphäre abgeschirmt und nach dem kommunistischen Gesellschaftsmodell umgestaltet werden.

 

Die Außenpolitik der Sowjetunion war nicht nur defensiv ausgerichtet. In Teilen Europas und Asiens versuchte sie - sowohl aus ideologischen als auch aus rein machtpolitischen Motiven heraus - den Herrschaftsbereich auszudehnen. Die Schaffung des Schutzgürtels wurde durch direkte Annexionen (Baltikum) und durch Gründung von sog. 'Volksdemokratien' (Rumänien, Polen, Bulgarien) verwirklicht. 

 
  • Die sowjetische Besatzungszone sollte zunächst neben anderen Staaten (CSSR, Ungarn, Jugoslawien) eine "Pufferzone" zwischen Kapitalismus und Sozialismus bilden. Die Einbeziehung der Sowjetzone in den 'volksdemokratischen Gürtel' wurde durch die amerikanische Eindämmungspolitik (containment-policy) beschleunigt.

  • Vom "Deutschen Volkskongress" zur DDR

 

  • Der 'Zweite Deutsche Volkskongress', der am 17. und 18. März 1948 tagte, protestierte gegen die Diskussion einer Staatsgründung in den Westzonen. Das Vorhaben, im Mai ein Volksbegehren für die deutsche Einheit in allen vier Zonen durchzuführen, wurde in den Westzonen nicht erlaubt.

 

  • Der auf dem Dritten Volkskongress (29. und 30. Mai 1949) neu gewählte 'Zweite Deutsche Volksrat' konstituierte sich am 7. Oktober 1949 als 'Provisorische Volkskammer der DDR' und setzte die Verfassung in Kraft (mit Gewährleistung des Privateigentums, Enteignung des Großgrundbesitzes, Sozialisierung Bodenschätzen und bestimmten Betrieben).

 

  • Die offizielle Gründung des zweiten deutschen Staates am 7. Oktober 1949 ist Endpunkt einer Entwicklung, deren Ziel von Beginn an die Gründung einer "Deutschen Demokratischen Republik" war.


Allen Schülern und Studenten, die gerade eine Prüfung zu bestehen haben, wünschen wir viel Erfolg.  Wir drücken auch die Daumen für diejenigen, die eine Klausur schreiben müssen oder eine Hausarbeit bzw. Referat anzufertigen haben.


Literaturhinweise


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Die Gründung der Bundesrepublik. Von der Bizone zum souveränen Staat. München 1989 (erweiterte Neuausgabe 1999).

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Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Stuttgart und Wiesbaden 1983, Band 1: Theodor Eschenburg: Jahre der Besatzung 1945 - 1949.

Buchheim, Christoph

Die Wiedereingliederung Westdeutschlands in die Weltwirtschaft 1945 - 1958. München 1990

Dülfer, Jost

Europa im Ost-West-Konflikt 1945 - 1990 (=Oldenbourg Grundriss der Geschichte 18). München 2004

Görtemaker, Manfred

Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von der Gründung bis zur Gegenwart. München 1999.

Greven, Michael Th./von Wrochem (Hrsg.)

Der Krieg in der Nachkriegszeit. Der Zweite Weltkrieg in Politik und Gesellschaft der Nachkriegszeit. Opladen 2000

Henke, Klaus-Dietmar

Die amerikanische Besetzung Deutschlands. München 1995

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Deutsche Geschichte 1945 - 1986. Die "deutsche Frage" in der Weltpolitik. 6. überarbeitete Auflage. Stuttgart 1987.

Kleßmann, Christoph

Die doppelte Staatsgründung. Deutsche Geschichte 1945 - 1955. 5. Auflage, Bonn 1991

Mählert, Ulrich

Kleine Geschichte der DDR. München 1999

Morsey, Rudolf

Die Bundesrepublik Deutschland. Entstehung und Entwicklung bis 1969 (=Oldenbourg Grundriss der Geschichte 19. München 2000 (3. Auflage).

Recker, Marie-Luise

Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. München 2002.

Staritz, Dietrich

Die Gründung der DDR. Von der sowjetischen Besatzungsherrschaft zum sozialistischen Staat. München 1995

Steininger, Rolf

Deutsche Geschichte, Darstellung und Dokumente in vier Bänden, Frankfurt am Main 2002. Band 1: 1945 - 1947 (391 Seiten, Fischer Taschenbuch 15580). Band 2: 1947 - 1955, (392 Seiten, Fischer Taschenbuch 15581)

Winkler, Heinrich August

Der lange Weg nach Westen. Bd. 2: Deutsche Geschichte vom "Dritten Reich" bis zur Wiedervereinigung. München 2000.

Wolfrum, Edgar

Die geglückte Demokratie. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Stuttgart 2006.


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